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Montag, 22. Januar 2018

Rettung bedrohter Bau-Denkmale und Kultur-Objekte

Baudenkmale verschwinden ... oft heimlich und leise. Verwahrlosung geht sehr langsam von statten: Hier ein paar kaputte Scheiben, dort ein kleines Loch im Dach, ein Wassereinbruch, ein hängender Fensterladen, Natur, die es umwuchert und es optisch aus dem Blickfeld der Menschen löscht.
Bleibt ein Verfall sichtbar, möchte man sich des schändlichen Anblicks gerne entledigen ... nur wie, wenn es unter Denkmalschutz steht?
Nicht immer steht im Hintergrund mangelndes Verständnis. Meist fehlt das Geld, hat man Angst sich bei Behörden zu informieren, sieht man sich mit der Renovierung überfordert. Manchmal reicht es ja auch nicht mal, um einen Abbruch zu finanzieren. Weiterhelfen kann trotz allem nur eine gute Beratung.

Für diese Fragen und Probleme steht unser Verein mit Rat und Tat zur Seite.
Hier werden Ihre Probleme ernst genommen, Informationen absolut vertraulich behandelt und zusammen Wege und Lösungen gesucht.

Der DMF e.V. setzt sich für die Schwachen im Lande ein. Viele bedrohte Baudenkmale und Objekte konnten - oft in letzter Sekunde - vor der drohenden Zerstörung gerettet werden - oft ist auch die Rettung einzelner Gebäudebestandteile, wie die Abnahme von Fresken oder Sicherung von Inventar, schon eine wichtiger Beitrag zur Bewahrung geschichtlicher Zusammenhänge.

Der Freskenhof ist ein Beispiel für eine gelungene Rettung und wichtiges Zeugnis dafür, was mit seiner Zerstörung an Bezügen und Inhalten verloren gegangen wäre.
Für Regionen mit geringem historischem Baubestand ist der Verlust eines historischen Objektes möglicherweise mit der Auslöschung aller geschichtlichen Bezüge verbunden. Hier ist es oft schon von großem Wert, einzelne Gebäudebestandteile wie Türen oder Mobiliar zu sichern und dafür zu sorgen, daß es an Ort und Stelle oder im nahen Umfeld wieder dauerhaft integriert wird.

Falls eine Rettung an Ort und Stelle nicht möglich ist, steht die Frage an, ob es sinnvoll ist, ggf. das Objekt zu übertragen oder es für eine Übertragung freizugeben. Bei einem Holzhaus ist eine Übertragung leichter zu handhaben als bei einem Haus aus Stein, aber auch dies ist heute möglich.

Oft gäbe es diese Chance der Übertragung, d.h. man baut ein Objekt ab und andernorts wieder auf. Doch sehr oft werden solche Bemühungen seiten der Behörden verhindert. Mit langatmiger Verzögerungstaktik steigt der Unmut der Willigen und nimmt die Bereitschaft zur Zerstörung zu. Wenn dann noch Baurecht oder Naturschutz gegen Denkmalschutzrecht steht, ist der Stillstand auf lange Zeit gewährleistet - zum Schaden der Objekte.

Wert & Wertigkeit von Baudenkmalen

Der Wert eines historischen Gebäudes entscheidet oft über Sanierung oder Abriß. Doch wer bestimmt diesen? Viele Architekten und die meisten Baufirmen haben da eine sehr eigennützige Einstellung. Ein Neubau bringt dem Ausführenden finanziell mehr als eine Renovierung. Zudem ist er "bequemer" in der Ablaufplanung.

Oft ist mit dieser Meinung jedoch ein großer Schaden für die Objekteigentümer verbunden. Dieser läßt sich anhand folgender Beispiele verdeutlichen:

Ein historisches Haus aus Feldsteinen gilt als kalt, eines aus Naturstein als wertlos, eines aus Holz als billig, so ist das Denken in den Köpfen der Menschen.
Richtig ist, daß die Speicherenergie eines Hauses aus Feldsteinen oder z.B. Tuff erst mit einem Heizsystem auf Strahlungswärme (Temperier- oder Wandheizungssystem) zum Tragen kommt und moderne Baustoffe dies überhaupt nicht in diesem Maße leisten können. In Verbindung mit dieser Art Gebäudeerwärmung sind auch häufig sog. Wärmedämm-Verbundsysteme wirkungslos, d.h. man kann sich diese teuren und häufig überdimensionierten Dämmungen sparen.

Ein weiterer Punkt sind baubiologische Wertigkeiten. Mit einer Renovierung zerstören Sie nicht erneut wertvolle Resourcen unserer begrenzten Vorkommen und gesünder als in einem historischen Natursteinhaus leben sie in keinem Neubau! Bei der Renovierung eines Altbaus hat der Bauherr noch die Wahl, unsinnige Normen zu umgehen.

Damit sparen Sie nicht nur viel Geld, sondern leben auch viel gesünder.


Manche Neubauten sind so vernormt, so vertechnisiert, so abgedichtet, daß nicht mal mehr das Öffnen der Fenster erlaubt ist. Wir bezeichnen dies als "nicht artgerechte Haltung von Menschen".

Hinzu kommt der Wert der Baumaterialien. Jura-/Kalk-Tuffstein z.B. ist extrem wertvoll. Der Kubikmeter gute Schnittware liegt derzeit bei 3-5.000,- €! Diesen Bau-Wert hat ein solches Haus bereits vor jeglicher Sanierung.

Ähnlich verhält es sich bei Objekte aus Holz. Bei einem alten Holzhaus geht kein Balken mehr ... altes Holz wurde fast ausschließlich nach dem richtigen Zeitpunkt gefällt, d.h. es ist sehr arm an Holzinhaltsstoffen, die wiederum für Holzschädlinge interessant sind. Alte Holzverbindungen sind darüber hinaus wesentlich dauerhafter und beweglicher als jegliche neuzeitliche Verbindungstechnik.

Es lohnt sich vielleicht auch, weiter zu denken: Im Falle eines - hoffentlich nie stattfindenden - Erdbebens haben mit hoher Wahrscheinlichkeit historische Gebäude mehr Überlebenschance als viel unserer neuzeitlichen Bauwerke ... .

Der Einsatz für den Erhalt unserer Geschichte lohnt sich. Nachfolgende Beispiele sollen Ihnen zeigen, was verloren wurde oder was man mit einem Erhalt wiedergewonnen hat:

UNWIEDERBRINGLICHE VERLUSTE:

  • Villa von Emanuel von Seidl, Murnau mit Inventar
  • Kantinengebäude, Hartsteinwerk Werdenfels/Eschenlohe, Bickl-Fresken
  • Duschl Bräu, Bad Aibling
  • Holzer-Haus, Untereglfing

GERETTET:

  • Villa Elisabeth, Hohenaschau, von der Ruine zum Vorzeige-Denkmal
  • Kirche Untersöchering, Romanische Fresken zur Hälfte gerettet
  • Haus Kurz, Eglfing, Übertragung auf das Freilichtmuseum Glentleitn aber nicht rück-übertragen ...
  • Haus zum Weber, Eglfing, Bewahrung und Sanierung
  • Bauernhof in Schlitten/Gmd. Wessobrunn, Bewahrung und Sanierung
  • Objektübertragungen b. Rosenheim Dorrer noch nicht abgeschlossen

Link: Tipps für Denkmal-Eigentümer